Erste Felder für den Genmaisanbau 2008 angemeldet
Genstaat Bayern
MON810 soll vor allem in Unterfranken und auf staatlichen Gütern wachsen

München, 18. Januar - In Deutschland soll in diesem Jahr erneut der genmanipulierte Mais MON810 angebaut werden. Dies geht aus den aktuellen Zahlen des amtlichen Standortregisters für den Anbau genveränderter Pflanzen hervor. Spitzenreiter unter den alten Bundesländern ist dabei der Freistaat Bayern.

Auf bayerischen Feldern sollen 2008 mehr Gen-Pflanzen wachsen als im Vorjahr. Bislang sind 40 Standorte mit einer Gesamtfläche von 114 Hektar angemeldet. Das ist der Spitzenwert für die alten Bundesländer. Die Gen-Felder der bayerischen Landwirte befinden sich fast ausschließlich in Unterfranken, vor allem in den Landkreisen Kitzingen und Würzburg. Daneben findet Gentechnik-Anbau vor allem auf staatlichen Versuchsgütern in Poing, Puch, Manching und Kaishaim statt. Nach Ansicht des Umweltinstituts München macht sich die Staatsregierung damit mitschuldig an der gentechnischen Verschmutzung. Harald Nestler, Vorstand beim Umweltinstitut München: "Mit dem Anbau von genmanipuliertem Mais auf den staatlichen Gütern stellt sich die Staatsregierung gegen die Interessen der Verbraucher und der Bauern. Damit unterstützt sie die Genkonzerne dabei, Bayern Stück für Stück zum Genstaat zu machen."

Das Umweltinstitut München fordert Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer daher auf, wie unsere Nachbarn in Österreich und Frankreich Gen-Mais aus dem Verkehr zu ziehen. In Frankreich ist MON810 erst vor wenigen Tagen wegen schwerer Bedenken bezüglich seiner Auswirkungen auf die Umwelt verboten worden. Auch in Österreich, Ungarn und Griechenland ist der Anbau dieser Gen-Pflanze untersagt.

Andreas Bauer, Gentechnikexperte beim Umweltinstitut München, fordert Verbraucher und Bauern auf, gegen die Pläne von Landwirten zum Anbau von MON810 zu protestieren. Dass solcher Widerstand oft erfolgreich ist, zeigt die Vergangenheit. In den Vorjahren sank die Zahl der anfänglich gemeldeten Flächen in Bayern teils drastisch. So waren 2006 zunächst etwa 45 Hektar Gen-Mais in Bayern gemeldet. Aufgrund von Protesten vor Ort zogen viele Gentechnik-Bauern ihre Anmeldungen zurück. Gen-Mais wurde schließlich nur auf rund fünf Hektar ausgesät.

In Deutschland darf derzeit die einzige in der EU zugelassene genmanipulierte Pflanze, der Gen-Mais MON810 des US-Konzerns Monsanto, angebaut werden. Er produziert durch den Einbau eines Gens aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis (Bt) ein Insektengift. Mit diesem Gift soll der Maiszünsler bekämpft werden, eine Schmetterlingsart, die hauptsächlich in Maismonokulturen auftritt.

Quelle: Umweltinstitut München