Wettbewerb, der den Verbrauchern nützt
Die EU Kommission stellt Consumer Market Watch vor

31.01.2008 - Viele Verbraucher zahlen für Telefon oder Energie mehr als sie müssten. Doch obwohl Verbraucher zu einem anderen Anbieter wechseln können, tun sie dies häufig nicht oder sie wechseln zu Anbietern mit einem schlechteren Angebot. Warum das so ist und was dagegen getan werden kann, darum wird sich die EU Kommissarin für den Verbraucherschutz Meglena Kuneva verstärkt kümmern. Die Kommissarin stellte heute "Consumer Market Watch" vor. Einmal im Jahr wird die Kommissarin berichten, wie viele Beschwerden in den unterschiedlichen Märkten auflaufen, wie sich die Preise in den EU Mitgliedsstaaten entwickeln und ob es Anzeichen dafür gibt, dass Märkte nicht funktionieren.

"Die EU Kommission erhöht die Transparenz und nimmt die Verbraucher in den Blickwinkel. Wir begrüßen diesen Schritt ausdrücklich", kommentierte vzbv-Fachbereichsleiterin für Wirtschaftsfragen, Cornelia Tausch.

Kommissarin Kuneva stellte dar, dass 90 Prozent der portugiesischen Mobilfunkkunden einen Vertrag haben, der ihren Bedürfnissen nicht entspricht. Im Durchschnitt zahlen sie über 100 Euro im Jahr zu viel. Eine andere Studie aus Großbritannien zeigt, dass 20 bis 32 Prozent der Verbraucher, die ihren Energielieferanten wechselten, zu einem Anbieter gingen, der ein schlechteres Angebot hatte als der ursprüngliche Lieferant. Diese Beispiele zeigen, dass selbst in Märkten, in denen Wettbewerb herrscht, Verbraucher nicht die für sie optimalen Konsumentscheidungen treffen können. Undurchsichtige Tarifstrukturen, Hürden beim Anbieterwechsel oder Verträge, die den Wechsel verhindern, erklären, dass Verbraucher nicht die Produkte und Dienstleistungen nachfragen, die ihren Bedürfnissen am besten entsprechen. So gaben 90 Prozent der Befragten auf der internationalen Funkausstellung an, den Überblick bei Mobilfunktarifen verloren zu haben.

Consumer Market Watch schafft Transparenz
Consumer Market Watch zielt darauf ab, Hemmnisse, die einen funktionierenden Wettbewerb verhindern, aufzudecken. Jährlich sollen in einem Berichtswesen die Preise, die Anzahl von Beschwerden, die Bereitschaft, Anbieter zu wechseln, die Sicherheit und die Zufriedenheit in Märkten untersucht werden. Zudem soll ein Benchmarking der Verbraucherschutzregime der EU Mitgliedsstaaten vorgenommen werden. Auf Grundlage dieser Zahlen sollen Ineffizienzen in Märkten aufgedeckt, genauer untersucht und abgestellt werden. Auch soll die Effizienz der unterschiedlichen Verbraucherregime in den Mitgliedsstaaten vergleichbarer werden. Hierdurch sollen die Mitgliedsstaaten von guten Beispielen lernen können.

Die EU Kommission braucht die Unterstützung der EU Mitgliedsstaaten
Consumer Market Watch ist ein ambitioniertes Projekt, das sich noch im Aufbau befindet. Die Kommission wird auf eine Vielzahl unterschiedlicher Daten über Preise, Verbraucherbeschwerden, und Erfahrungen der Verbraucherorganisationen zurückgreifen müssen. "Wir hoffen, dass die EU Mitgliedsstaaten der Kommission die notwendigen Daten zur Verfügung stellen werden. Wir werden die EU Kommission hierbei unterstützen", so Tausch.

n der ersten Phase soll ein umfassendes Screening der Einzelhandelsmärkte anhand von fünf verbraucherrelevanten Schlüsselindikatoren - Preisniveau, Beschwerden, Wechselmöglichkeiten, Verbraucherzufriedenheit und Sicherheit - erfolgen. In einer zweiten Phase werden Korrekturmaßnahmen erarbeitet. Schwerpunkte für 2008 sind der Privatkundenmarkt für Finanzdienstleistungen, der grenzüberschreitende Verkauf von Konsumartikeln und die Rechtsbehelfe für Verbraucher.

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)