Razzia gegen Intel

Verdacht auf Absprachen zu Lasten der Verbraucher Erklärungsbedarf bei Metro: Untersuchungen auch bei Media Markt

12.02.2008 - Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßt die heutige Razzia gegen Intel wegen des Verdachts kartellrechtswidriger Geschäftspraktiken. Im Juli 2007 hatte die Europäische Kommission Intel vorgeworfen, seine Marktmacht zu missbrauchen. Danach soll Intel Computerhersteller in rechtswidriger Weise dazu genötigt haben, nur noch Intel-Prozessoren zu verwenden und insbesondere auf Produkte des Konkurrenten AMD zu verzichten.

Nachdem auch Büros der Handelskette Media Markt durchsucht wurden, sieht der Verbraucherzentrale Bundesverband seinen Verdacht erhärtet, dass Unternehmen der Metro-Gruppe in Absprachen mit dem Prozessorenhersteller verwickelt sind. Bereits im Sommer 2006 hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband die EU-Kommission aufgefordert, neben Intel auch gegen die Media-Saturn-Holding in Deutschland zu ermitteln.

Hintergrund ist, dass in Saturn- und Media-Märkten nahezu nur Computer und Laptops mit Prozessoren von Intel angeboten werden. Geräte mit Prozessoren des Konkurrenten AMD suchen Kunden in den Geschäften von Media-Markt und Saturn dagegen vergeblich. Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes fordert Metro auf, sich öffentlich zu erklären. Die amerikanische Firma Intel ist mit einem Weltmarktanteil von etwa 80 Prozent Marktführer bei der Herstellung von Mikroprozessoren.

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)