Die Wechsel-Botschaft ist angekommen
Bundesweite Kampagne zum Stromanbieterwechsel war ein Erfolg

22.02.2008 - Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und seine Mitglieder ziehen eine positive Zwischenbilanz ihrer bundesweiten Kampagne zum Stromanbieterwechsel. Unter dem Motto "Strom. Jetzt wechseln. Jetzt sparen" setzten sie sich mit Erfolg gegen die Preiserhöhungen der Stromversorger zur Wehr und riefen die Kunden bundesweit zum Wechsel ihres Stromanbieters auf. "Auch wenn klar ist, dass nicht allein wir Auslöser der Wechsel-Welle in Deutschland waren - an der Verdopplung der Wechselzahlen hatten wir einen maßgeblichen Anteil", resümiert Vorstand Gerd Billen. Die Kampagne hat gezeigt: Ein Wechsel ist einfach und ohne Risiko möglich und spart bares Geld. Zum Weltverbrauchertag im März wird der Bundesverband und seine Mitglieder neben dem Anbieterwechsel das Thema Strom-Sparen ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Mit ihrer in der vergangenen Woche als beste nationale Verbraucherkampagne des Jahres 2007 ausgezeichneten
Wechselkampagne trafen die Verbraucherzentralen den Nerv der Verbraucher. "Die Botschaft unserer Kampagne ist beim Verbraucher angekommen", sagt Gerd Billen. Als Ziel hatten die Kampagnenmacher ausgerufen, zusätzlich eine Million Haushalte zum Wechsel ihres Anbieters oder Tarifs zu bewegen. Diese Marke wurde nach aktuellen Hochrechnungen voll erreicht: 2007 haben nach Angaben des Bundesverbandes der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft zwei Millionen Kunden ihren Anbieter oder Tarif gewechselt. 1,2 Million davon haben sich für einen komplett neuen Anbieter entschieden - 800.000 Kunden haben einen anderen Tarif beim bisherigen Versorger gewählt. Damit haben sich die Wechselzahlen gegenüber 2006 mehr als verdoppelt. Wie Preischecks gezeigt haben, konnten Familien mit einem Wechsel bis zu 200 Euro, Singles immerhin bis zu 120 Euro pro Jahr sparen. Eine besondere Dynamik war im zweiten Halbjahr zu verzeichnen. "Die Möglichkeit des Wechsels wurde damit tief im Bewusstsein der Bevölkerung verankert. Der Anbieterwechsel ist eine Selbstverständlichkeit geworden", so Billen.

Wechsel-Dynamik ungebrochen
Der Verbraucherzentrale Bundesverband rechnet mit einer weiterhin hohen Wechselrate und Nachfrage nach anbieterneutraler Beratung. Das zeigen unter anderem die Ergebnisse einer Online-Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes: 13.000 Nutzer hatten seit Mitte Oktober 2007 an der Befragung teilgenommen. Rund 10 Prozent gaben an, im Kampagnenzeitraum ihren Stromanbieter oder -tarif gewechselt zu haben. Demnach hatten sich knapp drei Prozent für einen Ökostromanbieter entschieden. Von den übrigen plant die überwältigende Mehrheit von 96 Prozent einen Wechsel. "Die Umfrage zeigt, dass der Druck der Verbraucher auf die Anbieter ungebremst ist", so Billen.

Mit ihrer Kampagne erreichten der Verbraucherzentrale Bundesverband und seine 41 Mitgliedsverbände bundesweit mehrere Millionen Verbraucher. Ein Strompreischeck für die 100 größten Städte und die Kampagnen-Website versorgten die Verbraucher mit allen wichtigen Informationen zum Wechsel. Einen Ansturm gab es auch auf die persönlichen Bratungsangebote der Verbraucherzentralen. "Nicht jeder hat Zugang zum Internet und damit zum nächsten Tarifrechner", erklärt der vzbv-Vorstand. Mit zahlreichen Beratungsangeboten, teilweise wegen der großen Nachfrage auch für Gruppen, boten die Verbraucherzentralen die geeignete Anlaufstelle für den richtigen Durchblick im Tarif-Dschungel. Auch das politische Interesse und die Unterstützung waren und sind groß.

Unter Strom - vom Wechsler zum Sparer
Doch der Anbieterwechsel allein drückt die Stromrechnung nicht auf Dauer. Strom sparen heißt hier das Mittel erster Wahl. Dies werden der Bundesverband und seine Mitglieder in den nächsten Wochen und Monaten, vor allem rund um den Weltverbrauchertag am 15. März, ins öffentliche Bewusstsein rücken. "Strom sparen ist der einfachste und effektivste Weg, Konto und Klima zu schonen", sagt Billen. Parallel dazu bliebe aber auch das Thema Stromanbieterwechsel aktuell. Die Verbraucherzentralen stünden weiterhin als Anlaufstelle für Wechselwillige zur Verfügung.

Um den Druck auf den Wettbewerb weiter zu forcieren, setzt sich der Verband für den Ausbau des unabhängigen Beratungsangebotes für Verbraucher ein. Anschauungsunterricht bietet etwa das Nachbarland Österreich, wo Wechselwilligen ein unabhängiger Tarifrechner und eine kostenlose Telefon-Hotline zur Verfügung stehen. Der Wechsel ist ein erster Schritt, um Kosten zu sparen und ein Bewusstsein für den eigenen Energieverbrauch zu entwickeln. Hier setzt die Energieberatung der Verbraucherzentralen an - denn erst wer weiß, wofür er wie viel Energie verbraucht, kann überhaupt Strom sparen.

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)